Am 26. April 2011 jährte sich die Reaktorkatastrophe im Atomkraftwerk Tschernobyl zum 25. Mal. Vor den jüngsten tragischen Ereignissen in Japan war die Katastrophe in der ehemaligen Sowjetunion weitgehend in Vergessenheit geraten, wiewohl ihre Folgen für die betroffenen Menschen und Länder bis heute gravierend sind. In Belarus, der Ukraine und Westrussland wurde eine Fläche von 150.000 qkm auf lange Zeit radioaktiv belastet. Heute leben immer noch 5 Millionen Menschen in den kontaminierten Gebieten. Betroffen sind jedoch auch über 600.000 Katastrophenhelfer, die bei Evakuierungsmaßnahmen, an Lösch- und Aufräumarbeiten und an der Errichtung des um den zerstörten Reaktor gebauten Schutzmantels („Sarkophag“) eingesetzt waren. Die Wanderausstellung „Menschen – Orte – Solidarität“, die in mehr als 30 Städten in Deutschland, Österreich und den Niederlanden gezeigt wird, will das Ausmaß dieser Katastrophe erneut sichtbar machen. Der Reaktorunfall und die gesundheitlichen, sozialen und ökologischen Folgen von Tschernobyl werden dabei ebenso beleuchtet wie das Schicksal von Hundertausenden von Katastrophenhelfern und Umsiedlern, deren Leben sich mit der Reaktorkatastrophe am 26. April 1986 für immer verändert hat. Die Ausstellung zeigt einen weiteren, wenig bekannten Aspekt auf, nämlich die Entstehung einer europäischen Solidaritätsbewegung, die bis heute anhält. Die Ausstellung wird von Zeitzeugen begleitet, die in Gesprächen von ihren persönlichen Erfahrungen aus den Tagen und Monaten nach dem Super-Gau berichten.