Weihnachten in unserem Verein

Wie schon in den letzten Jahren wollen wir unseren belorussischen Kindern eine kleine Freude zum Weihnachtsfest 2016/17 machen. Da wir nach wie vor keine Weihnachtspäckchen aus Deutschland nach Weißrussland mitnehmen können, bestellen wir wieder vor Ort bei einem privaten Händler auf dem Markt russisches Konfekt verschiedener Sorten, frisches Obst und Nüsse. All das wird in hübsche Weihnachtsbeutel gepackt und diese an Ort und Stelle an die Kinder verteilt.

 

Mit ca. 5 Euro pro Geschenk können wir so jedem Kind in den 14 Dörfern eine große Freude bereiten. Für diese Summe bekommen wir ein Weihnachtsbeutel mit ca. 2,1 kg der obengenannten Leckereien.
Wir fertigen auch diesmal wieder Weihnachtsbriefe an. Diesen können Sie mit einem Gruß versehen, den wir den Geschenken beilegen.

zum Weihnachtsbrief

 

 

Am 7. Januar 2017 werden sich sechs Weihnachtsmänner und -frauen auf den Weg nach Weißrussland machen. Sie werden sicher von 200 Kindern schon sehnsüchtig erwartet. Aber nicht nur den Kindern aus den Dörfern wollen wir eine Freude bereiten. Es werden auch in Krasnopolje noch behinderte Kinder und eine 12-köpfige Familie pünktlich am 7. Januar zum russisch-orthodoxen Weihnachtsfest beschenkt.


Das Jolka-Fest

Neujahr in Russland, Belarus und Ukraine

Das Neujahrsfest am 31. Dezember ist das Hauptfest des Jahres – das schönste, das lang ersehnte Fest. Weihnachten (russ. рождество) wird dagegen erst nach dem Neujahrsfest (russ. новый год) am 7. Januar begangen.
Großväterchen Frost (russ. Дед Мороз), der Tannenbaum (russ. ёлка) und Geschenke gehören dagegen zum Neujahrsfest.

Aus der Geschichte

Das Fest hat eine reiche Geschichte, obwohl es ziemlich “jung” ist. Gegen Ende des Jahres 1699 hat Zar Peter der Erste (Peter der Große) einen Erlass veröffentlicht, in dem er befahl, das Neujahr am 1. Januar zu feiern und dazu alle Häuser mit Fichten-, Tannen- und Wacholderzweigen zu schmücken. Davor begann das neue Jahr am 1. September, an dem Tag, an dem alle Tribute und Geldabgaben gezahlt werden mussten.
Die Tannenbäume erschienen in Russland etwas später, sie wurden zuerst mit Holzspielzeugen, Nüssen, Obst und Süßigkeiten geschmückt, ungefähr 1850 kam der Glasschmuck in Mode. Nach der Oktoberrevolution 1917 wurde das Fest aufgehoben, der 1. Januar wurde zu einem Arbeitstag und alles, was zu diesem Fest gehörte, wurde verboten. 1937 wurde die Tradition der Neujahrsfeier wieder ins Leben zurückgerufen, die erste sowjetische Jolka (so klingt das Wort “Tanne” auf Russisch) wurde in Moskau aufgestellt und im Fernsehen gezeigt. Und im nächsten Jahr wurde das Fest schon überall im Lande gefeiert. Erst 1947 wurde der 1. Januar für arbeitsfrei erklärt, wie er es vor der Revolution war.

Wie wird gefeiert?

Die Vorbereitungen auf das Neujahr beginnen schon Mitte Dezember. Die Straßen, die Geschäfte, die Büros werden geschmückt, in der Stadt sind schon Mitte Dezember viele geschmückte Tannen zu sehen. In fast jeder Stadt wird die Haupttanne auf dem Hauptplatz aufgestellt, in der Regel ist es die größte und die schönste Tanne der Stadt. Dazu kommen noch Schnee- und Eisfiguren und verschiedener elektrischer Schmuck.
In allen Kindergärten werden für die Kinder Ende Dezember Feste veranstaltet. So ein Fest wird auch “Jolka” genannt. In einem großen Raum wird ein Tannenbaum aufgestellt und geschmückt. Die Kinder legen ihre Festkleidung an. Sie singen auch Winter- und Neujahrslieder, führen einen Reigen um die Tanne auf und spielen kleine Stücke. 
Als beliebtestes Fest ist das Neujahrsfest vor allem auch ein Familienfest. An den letzten Dezembertagen wird ein Tannenbaum besorgt und im Wohnzimmer aufgestellt. Der geschmückte Tannenbaum steht traditionell bis zum 14. Januar. Nach dem alten Kalender feierte man das Neujahr in der Nacht vom 13. auf den 14. Januar, in Russland nennt man das “das alte neue Jahr” (und es wird auch mit Freunden und in den Familien gefeiert).
Ein wichtiger Teil der Feier ist auch das Wünschen, während die Uhr 24 Uhr schlägt. Man glaubt, die sehnlichsten Wünsche, an die man in der Neujahrsnacht denkt, werden im neuen Jahr in Erfüllung gehen. Die eigentliche Neujahrsfeier startet ungefähr um 22 Uhr. Man beginnt zu essen und zu trinken, etwa 15 Minuten vor Mitternacht erhebt man ein Glas Sekt und trinkt auf das alte Jahr, “man verabschiedet sich vom alten Jahr”.

Glockenspiel des Kreml (Spasski-Turm)

 

Das berühmteste Neujahrslied "Das Tännchen", russ. ёлочка) wurde von der Lehrerin Raisa Kudaschewa 1903 geschrieben und erzählt von einer kleinen Tanne  (Jolka), die im Walde geboren wurde und am Ende zu den Kindern kommt, um ihnen Freude zu  bereiten.
 

Lied vom kleinen Tannenbaum (В лесу родилась ёлочка)

 

  russischer Text zum Lied "В лесу родилась ёлочка"
 (deutsche Übersetzung: "Im Walde steht ein Tannenbaum")

 

Väterchen Frost und Snegurotschka

In Russland, Belarus und Ukraine gibt es anstelle des Weihnachtsmannes Ded Moros (Vater Frost oder Väterchen Frost), von ihm bekommen die Kinder die Neujahrsgeschenke. Ded Moros ist ein alter Mann mit langem weißem Bart und Schnurrbart. Er trägt nach traditioneller Beschreibung einen langen roten Mantel mit gesticktem Folkloremuster und Besatz aus Schwandaunen, eine rote Mütze, weiße Handschuhe, weißen Gürtel und rote Stiefel. In einer Hand hält er immer einen Stab (Zepter) mit einem Stern auf seinem Ende. Und natürlich hat er auch einen riesigen roten Sack mit Geschenken. Ded Moros kommt jedoch nicht allein, seine Enkelin Snegurotschka („Schneeflöckchen“, russ. снегурочка) ist immer dabei. Snegurotschka ist ein junges Mädchen aus Schnee (“sneg” heisst “Schnee”), weiss/blau gekleidet und hilft Ded Moros bei der Bescherung. Seit 1998 residiert Väterchen Frost in der Stadt Welikij Ustjug. Das ist eine altrussische Stadt, 1147 gegründet, 1100 Kilometer nordöstlich von Moskau. In der Stadt selbst hat Ded Moros einen Thronsaal in einem Palast, wo er die Gäste empfängt und sich mit ihnen fotografieren lässt, und auch seit ein paar Jahren ein eigenes Postamt. Alle Besucher können von hier Urlaubs- und Grußkarten mit dem Poststempel von Ded Moros und seinem Autogramm verschicken. Auf dem Postamt von Väterchen Frost in Welikij Ustjug kommen jährlich viele Tausend Briefe aus allen Teilen des Landes an. Väterchen Frost hat viele Helfer und alles wird getan, damit kein Brief ohne Antwort bleibt.

(Quelle: www.gaertig.at/schule/112/122/122/88001/design1.html)

 

Zur Einstimmung der "Hallelujah"-Chor:

http://www.youtube.com/watch?v=SXh7JR9oKVE